Coenzyme Q10 in menschlicher Muttermilch und mütterlichem Plasma in der frühen Laktationsphase
Projektleitung:
Dr. med. Th. Menke
Dr. rer. nat. Petra Niklowitz
Vestische Kinderklinik Datteln
Universität Witten-Herdecke
Dr. Friedrich-Steiner-Str. 5
45711 Datteln
Förderung:
Peter und Ruth Wirts-Stiftung
Elterninitiative Tumorkranker Kinder e.V. der Vestischen Kinderklinik Datteln
Kooperation:
Im Rahmen des Forschungsprojektes besteht eine enge Kooperation
mit der Gynäkologischen Abteilung des St. Vincenz-Krankenhaus Datteln (Chefarzt Dr. J. Giffei).
Projektbeschreibung
Die Zusammensetzung der Milch in der frühen Laktationsphase ist gekennzeichnet durch einen raschen Abfall fettlöslicher Vitamine begleitet von einem kontinuierlichen Anstieg des Fettgehaltes. Im Gegensatz zu anderen lipophilen Antioxidantien (Tokopherol, Caroten) kann CoQ10 über die Nahrung aufgenommen und zudem von Körperzellen synthetisiert werden. Während der Plasmagehalt über die Diät beeinflusst werden kann, ist die Gewebe-Konzentration möglicherweise von einer Eigensynthese abhängig .
Von 23 Müttern wurde Milch gesammelt: Kolostrum (24-48 Std. post partum), Übergangs-milch (7 Tage pp), Reife Milch (14 Tage pp). Gleichzeitig wurde kapilläres Blut entnommen. Milch und Plasma wurden bei -84 Grad Celsius gelagert. Die CoQ10-Analyse erfolgte nach Hexanextraktion mittels HPLC [Menke et al., Anal Biochem 282:209-217, 2000]. Der Lipidgehalt von Milch und Plasma wurde mittels PAP-Analyse des Cholesteringehaltes ermittelt. Statistische Unterschiede zwischen zwei Gruppen wurden über den Wilcoxon-Test kalkuliert, Korrelationen mit Hilfe der Spearman Korrelation ermittelt.
Betrachtet man alle CoQ10-Cholesterin-Paarungen unabhängig vom Zeitpunkt der Messung (n=69), so korreliert die CoQ10 Konzentration im Plasma deutlich mit dem Lipidgehalt (Spearman p<0,000001), bzw. ist abhängig ist von der Vehikelkapazität des Blutes. Der Plasmagehalt an CoQ10 zeigt ein Maximum direkt nach der Geburt ( Tab.1) Diese Tendenz bestätigt sich auch nach Lipidkorrektur. Obwohl der Fettgehalt der Milch ansteigt, nimmt der CoQ10 Gehalt der mütterlichen Milch ab. Nach Lipidkorrektur wird diese Tendenz noch deutlicher. Die Konzentration an CoQ10 in der frühen Milch (Kolostrum u. Übergangsmilch) korreliert mit dem Gehalt in mütterlichen Plasma, in der reifen Milch ist eine derartige Korrelation nicht länger zu beobachten ( Fig.1 ).

Fig.1
Coenzyme Q10 und Cholesterin in n=23 Frauen in Plasma and Milch während der frühen Laktationsphase
(Daten mit unterschiedlichen Superskripts sind statistisch unterschiedlich , Bonferroni -korrigierter Wilcoxon-Test; p<0,05)
|
Plasma |
Milch |
||||
Zeit |
CoQ10 |
Cholestrin |
CoQ10/Chol |
CoQ10 |
Cholesterin |
CoQ10/Chol |
Tag 1 |
1,29 ± 0,37 a |
6,21 ± 1,13 a |
209 ± 47,2 a |
0,80 ± 0,53 a |
7,58 ± 5,09 a |
137 ± 93 a |
Tag 7 |
1,20 ± 0,33 a |
6,76 ± 1,38 b |
180 ± 48,4 b |
0,57 ± 0,34 b |
11,03 ± 7,86 b |
86 ± 76 b |
Tag 14 |
1,07 ± 0,32 b |
6,17 ± 1,33 a |
175 ± 41,3 b |
0,44 ± 0,15 b |
9,89 ± 5,86 ab |
67 ± 47 c |
Tab.1
Das mütterliche Kolostrum ist reich an lipophilem CoQ10, obwohl der Fettgehalt dieser Milch relativ niedrig ist. In der frühen Laktationsphase korrelieren die CoQ10 Konzentrationen in Milch und Plasma. Die Frage bleibt, ob der Bedarf an diesem Antioxidants über eine Synthese in der mütterlichen Brust gedeckt wird oder ob ein Transfer von CoQ10 aus dem mütterlichen Plasma in die erste Milch stattfindet.
